Osteo­pa­thie

Struk­tur und Funk­ti­on des Kör­pers hän­gen unmit­tel­bar zusammen

Die Struk­tur (fach­be­griff­lich Ana­to­mie) des Kör­pers hat immer einen Ein­fluss auf die Funk­tio­nen (Phy­sio­lo­gie) des Kör­pers. Schon eine unan­ge­pass­te Sitz­hal­tung zum Bei­spiel führt zu dyna­mi­schen Pro­zes­sen im Kör­per, die auf Dau­er die Funk­ti­on bestimm­ter Orga­ne und Stoff­wech­sel­pro­zes­se beein­flus­sen können.

Der Mensch ist eine Ein­heit aus Kör­per, Geist und Seele

Die Wech­sel­be­zie­hun­gen von Kör­per, Geist und See­le und deren Betrach­tung als Ein­heit ist in der Natur­heil­kun­de als holis­ti­sches Modell schon lan­ge bekannt. Eine Tren­nung die­ser ist nicht mög­lich. Jede Dys­ba­lan­ce zwi­schen den Drei­en beein­flusst das Wohl­be­fin­den und kann zu Beschwer­den und Erkran­kun­gen führen.

Der Kör­per hat selbst­re­gu­lie­ren­de Mechanismen

Der Kör­per besitzt eige­ne, selbst­re­gu­lie­ren­de Mecha­nis­men, die die Regu­lie­rung der Funk­tio­nen im Kör­per über­neh­men kön­nen. Der natur­heil­kund­li­che The­ra­peut ver­sucht die­se Mecha­nis­men anzu­re­gen und posi­tiv zu beeinflussen.

Parie­ta­le Osteopathie
Vis­ze­ra­le Osteopathie
  • Behand­lung der inne­ren Organe
Cra­nio­sa­cra­le Osteopathie
  • Behand­lung des Schä­dels im Bezug zum Kreuz­bein und die hier­durch in per­ma­nen­tem Rhyth­mus pul­sie­ren­de Gehirn­flüs­sig­keit. Hier lei­tet sich auch der Name cra­nio, “Kopf” und sacrum “Becken” ab
Neu­ro-Osteo­pa­thie
  • im Dia­log mit Mari­ka Jet­e­l­i­na: “Der Begriff Osteo­pa­thie ist eine Namens­ge­bung aus Tra­di­ti­on, d.h. ein Begriff, gewach­sen aus einer medi­zi­ni­schen Idee von A.T. Still in den Ver­ei­ni­gen Staa­ten von Ame­ri­ka. Aus mei­ner Sicht hat sich die­se The­ra­pie­me­tho­de mitt­ler­wei­le deut­lich und tief­grün­dig wei­ter­ent­wi­ckelt, dass sie weit­aus mehr als nur das „Lei­den der Kno­chen“ (Über­set­zung des Wor­tes „Osteo­pa­thie“) dar­stellt. Die Osteo­pa­thie, die ich in der Pra­xis prak­ti­ziert wird, geht auf den Medi­zin­wis­sen­schaft­ler Mos­he Kas­tiel und Ursu­la Kas­tiel (Dott. Univ. Genua) zurück und ver­bin­det Inhal­te moderns­ter Medi­zin­rich­tun­gen — natur­heil­kund­lich und schul­me­di­zi­nisch – und die­se neu ver­knüpft und tra­di­tio­nell-geschicht­lich begrün­det. Ins­be­son­de­re ste­hen die neu­ro­lo­gi­schen Kom­po­nen­ten, die Funk­tio­na­li­tät des Gehirns und das Liqu­or­sys­tem (Sys­tem der Hirn­flüs­sig­keit) im Vor­der­grund. Inte­griert wer­den neben einer moder­nen Betrach­tung der Struk­tur­be­zie­hun­gen auch die Che­mie und phy­si­ka­li­sche Zusam­men­hän­ge des Kör­pers sowie die Ener­ge­tik und deren Bezie­hun­gen zur Umwelt. Jeder Mensch hat glo­ba­le Nei­gun­gen mit spe­zi­fi­schen Aus­rich­tun­gen in sei­nem Kör­per. Die­se Asym­me­trien des Gehirns und des Kör­pers, die man als Gehirn-Kör­per-Nei­gun­gen bezeich­nen könn­te, ste­hen im Fokus der Betrach­tung. Die­se sind gemäß der Neu­ro-Osteo­pa­thie in unter­schied­li­chem Aus­maß ver­ant­wort­lich für krank­haf­te Pro­zes­se des Kör­pers. Aus die­sen Asym­me­trien erge­ben sich Ver­schie­bun­gen in der Wir­bel­säu­le, den Gelen­ken und in den Orga­nen. Daher ist die Behand­lung des gesam­ten Kör­pers, ins­be­son­de­re des kra­nio­sa­kra­len Sys­tems und sei­ner zuge­hö­ri­gen Struk­tu­ren von größ­ter Bedeu­tung. Das Ner­ven­sys­tem steht im Mit­tel­punkt der Unter­su­chung und der Behand­lung, da es alle Sys­te­me mit­ein­an­der ver­netzt, die Regu­la­ti­on auf Rei­ze aus der Umwelt koor­di­niert und die Hand­lung steu­ert. Das mus­ku­los­ke­letta­le Sys­tem ist das kom­pen­sa­to­ri­sche Sys­tem des Kör­pers. Mit spe­zi­el­len Tech­ni­ken wird eine umfas­sen­de Dia­gno­se­me­tho­de des gesam­ten Kör­pers und sei­ner Sys­te­me erar­bei­tet und dient als Grund­la­ge für die umfas­sen­de osteo­pa­thi­sche Behand­lung. Soll­te ein Man­gel im che­mi­schen Bereich, also des Stoff­wech­sels erkenn­bar sein, wer­den ent­spre­chen­de Prä­pa­ra­te hin­zu­ge­nom­men (Phy­to­the­ra­peu­ti­ka / Mine­ral­stof­fe / Ami­no­säu­ren u.a.) Neu­ro-kyber­ne­ti­sche Mus­kel­tests im Vor­feld jeder Behand­lung erlau­ben eine fun­dier­te Bewer­tung von neura­len, mus­ku­lä­ren, vis­ze­ra­len und psy­choemo­tio­na­len Stär­ken & Schwä­chen, sodass schon im Vor­feld neben den dia­gnos­ti­zier­ten sowie bekann­ten Kör­per­schwä­chen bereits Dis­po­si­tio­nen zu Ten­den­zen und Nei­gun­gen erfasst wer­den kön­nen, die gleich­zei­tig im Prä­ven­ti­ons­aus­gleich sta­bi­li­siert wer­den können.“

Die Osteo­pa­thie ist als eine manu­el­le The­ra­pie zu ver­ste­hen. Unter manu­ell ver­steht man haupt­säch­lich mit der Hand arbei­tend. Von der Vor­stel­lung her ist auch die The­ra­pie als ein ganz­heit­li­ches medi­zi­ni­sches Sys­tem zu betrach­ten, wel­ches den Kör­per, die See­le und den Geist ein­be­zieht und somit auch einen phi­lo­so­phi­schen Ansatz anstrebt. Sanf­te manu­el­le Metho­den wer­den ange­wandt, um Blo­ckie­run­gen zu lösen und Fehl­in­for­ma­tio­nen im Ner­ven­sys­tem zu balan­cie­ren. Beson­ders die cra­nio­sa­cra­len Metho­den wir­ken regu­lie­rend und ent­span­nend auf die Psy­che des Men­schen. Die Gesund­heit im Sin­ne einer Gesamt­ho­möosta­se steht im Vor­der­grund. Aller­dings wird auch viel auf Prä­ven­ti­on Wert gelegt. So las­sen sich dia­gnos­tisch vie­le Fehl­stel­lun­gen fest­stel­len, bevor die eigent­li­chen Beschwer­den da sind.